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Musikgottesdienst mit der Missa in A BWV 234 von J.S. Bach am Sonntag, 2. Juni 2013, 10.30 Uhr

Flyer sowie Informationen zum Bach Ensemble und den Solisten hier

Höhepunkte im musikalischen Jahr: Die ‚kleinen Messen‘ Bachs in zwei Musikgottesdiensten

Johann Sebastian Bachs ‚lutherische Messen‘ oder auch ‚kleine Messen‘ (BWV 233-236) gehören zu den weniger bekannten Chorwerken des Leipziger Thomaskantors. Der Name weist darauf hin, dass es im Bereich der lutherischen Reformation bald Brauch wurde, allenfalls noch die Eingangsteile im Gottesdienst, das Kyrie und das Gloria, zu vertonen, während die katholische Liturgie die ‚ganze‘ Messe, mit Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei vorsah.

Auch die einzige vollständige Messe Bachs in h-moll ist aus einer solchen ‚kleinen Messe herausgewachsen. Die vier Messen in F-Dur, A-Dur, g-moll und G-Dur folgen je demselben Schema: Das Kyrie wird je in einem dreiteiligen Chorsatz gestaltet, der längere Text des Gloria ist hingegen in fünf Sätze aufgeteilt: zwischen den rahmenden Chorsätzen stehen jeweils drei Arien. Bach hat dabei fast durchgehend in der im Barock üblichen ‚Parodietechnik‘ auf Chöre und Arien aus anderen Kantaten zurückgegriffen und diese adaptiert.

In Musikgottesdiensten der Kirche Enge werden in diesem Jahr zwei dieser außerordentlich schönen, virtuosen Stücke erklingen, am 2. Juni die A-Dur-Messe und dann am 3. November die G-Dur-Messe. Grund genug, darüber nachzudenken, welche Schätze auch in den liturgischen Texten schlummern, in dem Bittruf um Gottes Zuwendung, dem ‚Herr erbarme Dich‘, und dann in dem großen Lobpreis, dem Gloria, der an das Lob der Engel in der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2,14) anknüpft und in feierlichen Worten Gottes Größe und das das heilvolle Wirken Christi preist. Kyrie und Gloria führen somit vor, was im Gottesdienst geschehen kann: Wir kommen an als bedürftige und oft beladene Menschen. Doch Gott will sich uns zuwenden, uns ‚dienen‘ – und so werden wir befreit zum Loben und darin auch neu befreit zum Leben. Bachs Musik will eben dazu anleiten, dass die Worte uns ins Herz dringen und unser aller Zuge zum freudigen Lob lösen. Das ist Gottesdienst. Im Musikgottesdienst am 2. Juni wollen wir darüber nachdenken. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!
Jörg Frey

 
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