Kirche Enge - Blick zu Orgel und Kanzel (Photo nach 1951).

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Die markante Tambour-Kuppel wird im Innenraum nicht wirksam; ein überhoher Raum sollte vermieden werden.
Das optische Hauptgewicht liegt - wesentlich aus theologischen Gründen der protestantischen Kirchbaubewegung - auf der Kanzelwand mit der dahinter aufstrebenden Orgel: Gotteslob in Wortverkündigung und Musik.
Kirche Enge - Blick zu Kanzel, Taufstein und Orgel. Im Kuppel-Ausschnitt sind die Lünetten des reaktivierten Orgel-Fernwerks zu erkennen.
Kirche Enge: Taufstein, geöffnet.
Der schlanke, kelchförmige Taufstein / Abendmahlstisch auf dem Vor-Podest, der die reformierte Verbindung beider Sakramente unter Vermeidung irgendwelcher Anklänge an "Altar" und "Messe" ausdrückt, spricht demgegenüber wenig. Zur Feier des Abendmahls wird er allerdings mit einem Holzaufbau zum "Tisch" erweitert, der ursprünglich altar-ähnliche Ausmassen hatte (Bild unten).
Enge: Abendmahlstisch - bis 1964, mit den alten Kannen und den Silber-Geräten aus dem 19. Jahrhundert.
Der Tisch-Aufsatz ist inzwischen leichter gestaltet.
Als Predigt- (und Konzert-) Kirche verfügt die Engemer Kirche wie alle Kirchen dieser Zeit über sehr grosse Emporen. Die Hauptempore liegt über dem Hauptportal gegenüber Kanzel und Orgel. Insgesamt bietet die Kirche so 1200 Plätze.
Die Akustik ist für das gesprochene Wort schwierig (durch die moderne Lautsprecheranlage inzwischen verbessert), für Konzerte jedoch hervorragend.
Die Grisaille-Ausmalung und Mosaiken (Evangelisten in den Zwickeln der Kuppel) des Engemer Malers Eugen Ott sind zurückhaltend, Renaissance-haft klassisch.
Die Bildhauerarbeiten innen und aussen wurden von Joseph Regl (1846-1911) bzw. nach seinen Entwürfen ausgeführt.
In den Glasfenstern der Querarme sind als Hinweise auf die Quellen des reformatorischen Kirchen-Verständnisses die Apostelfürsten Petrus und Paulus (oben), die Reformatoren Luther und Zwingli (unten), sowie König David mit musizierenden Engeln dargestellt (3. Bild); letztere mit Hinweis auf den Beginn des Lukas-Evangeliums: "Ehre sei Gott in der Höhe ...".
Damit werden Wortverkündigung und Gotteslob durch die Musik noch einmal hervorgehoben.
Die Kanzel wird von einer Steinsäule getragen, lädt aber breit aus und ist mit biblischen Szenen (Mose mit den Gesetzestafeln, Christus in der Verklärung, Elia) und musizierenden Putten geschmückt (Joseph Regl, 1846-1911).
Die Beleuchtung der Kirche war - damals modernerweise - von Anfang an elektrisch.
Das ursprüngliche Unterrichtszimmer unter der Orgelempore wurde 1963 von Albert Notter in einen Besinnungsraum umgebaut und mit einem Wandteppich von Lissy Funk geschmückt, der in Stoff-Applikation und Webarbeit symbolisch auf die "Speisungswunder", den "Weinstock", den "brennenden Dornbusch", "Pfingsten" und Christus als die "Lebenssonne" hinweist.