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Seniorenferien 2011

Reisebericht Seniorenferien 2011 nach Gunten am Thunersee

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
den schickt er in die weite Welt,
dem will Er seine Wunder weisen
in Berg und Wald und Strom und Feld.


Wie im Lied erwähnt, hatten auch wir das Glück, die Wunder dieser Welt, für uns waren das Thun und Umgebung, in den Seniorenferien erleben und geniessen zu dürfen. Durch den Bericht, welchen Regula Strässle zusammengefast hat, können wir Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Ferienwoche gewähren und für diejenigen, die mit dabei waren, schöne Erinnerungen wecken.
Samstagmorgen: Vom Besammlungsort bei der Kirche Enge, wo wir Ferienwilligen in den Bus stiegen, führte die Reise zuerst einmal durch das sich wandelte Quartier Züri-West. Eine lohnende Reise. Das höchste Haus grüsste von weitem als wir auf die Autobahn kamen. Nun kommt mir aber schon bald die Schweizergeographie durcheinander. Nach dem Verlassen der Autobahn geht die Fahrt durchs Bernbiet in den Kanton Luzern, wo wir in der Gartenwirtschaft des ehemaligen Klosters St. Urban den ersten gemeinsamen Kaffee genossen. Fertig mit Beschaulichkeit! Zielstrebig, auf der Autobahn natürlich, fährt unser Car unserm Ziel und dem Mittagessen entgegen.
Nach dem Essen ist Zimmerbezug. Heinzelmännchen haben unsere Habseligkeiten bereits auf die Zimmer gebracht. Nebst Auspacken und Ausruhen ist das Erkunden des Hotelparks direkt am See angesagt. Wir wohnen an einem traumhaften Ort!! Majestätisch grüsst vom gegenüber-liegenden Ufer der Niesen. Ganz links im Blickfeld Eiger, Mönch und Jungfrau. Paradiesisch!
Amphore heisst der Raum, der sowohl Vorlesekabinet, Andachtsraum, Casino, Spielzimmer, Kino und gelegentlich sogar Esssaal ist.
Da treffen wir uns vor dem Nachtessen zu den ersten Informationen. Als kleine „Wegbegleiter“ erhalten wir kleine selbstgemachte Schächtelchen, die neben einem Schokoladeherzchen, eine Sonne und den Namen eines Mitreisenden enthalten. Der Name bleibt streng geheim, denn für diese Person darf man sich ein kleines Geschenk ausdenken. (Wichteln für Eingeweihte).
So vorbereitet kann das Abenteuer beginnen.
Nach dem Nachtessen konnte dem ersten Teil der „Vorlesung“ zugehört werden. „Nero Corleone kehrt zurück“ ist die Lektüre für Interessierte. Das Gebet danach will ich nicht vergessen. Gabriella gibt uns jeden Abend einen guten Gedanken mit in die Nacht. Der nun folgende Skyp-Bo- und Jassabend wird zur Ferientradition.
Am Sonntag besuchen wir gemeinsam den Gottesdienst in Sigriswil. Ein von einer Frau geleiteter Männerchor verbindet Texte und Predigt harmonisch und sinngebend miteinander. Dann sind wir ganz herzlich zum Kirchenkaffe eingeladen. Durch die Balken einer alten Scheune sehen wir Regen fallen. Nur halb so schlimm. Wir kommen trocken im Hotel an.
Den Nachmittag verbringen wir im Schadaupark. Neben der Scherzlinger Kapelle ist das Thuner-Panorama zu bestaunen. Marquard Wachter hat da wirklich etwas Eindrückliches geschaffen. Eine charmante, engagierte Führerin erzählt uns viel über das Gemälde. Zwischendurch hören wir den Regen aufs Dach trommeln und wie die Sonne wieder scheint erscheinen die Bilder wie in 3D. Ein Café im gedeckten Schlossrestau-rant mit Blick auf den frisch gewaschenen Thunersee rundet das Erlebnis ab.
Das Stockhorn ist unser Ziel am Montag. Ein Car bringt uns zur Talstation. Dort treffen wir Pfarrerin Rita Famos. Sie wird uns den Tag hindurch begleiten und so auch von uns Abschied nehmen. Oben angekommen haben wir einen wunderbaren Blick auf verschneite Alpengipfel. Zwar schieben sich immer wieder Wolken vor diese Sicht, doch das lässt uns immer von neuem über diese Pracht staunen. Frisch gestärkt lassen wir uns zur Mittelstation tragen.
Da ist eine tolle Kulisse fürs Gruppenbild. Die Wanderfreudigen unter uns spazieren nun mit liebevoller Unterstützung durch Rita, Gabriella und Regula rund um den See. Heidi betreut die Zurückgebliebenen. Vor der Niederfahrt verabschiedet sich Rita von uns. Wir wünschen ihr von Herzen Gottes Segen bei ihrer neuen Aufgabe.
Dienstagmorgen: Die Leitung ist in Thun unterwegs. Sie hält nach ge-eigneten Cafés Ausschau, um die von der am Nachmittag stattfindenden Stadtführung müde gewordenen Füsse ausruhen zu können. Und da schau her! Die uns bereits bekannte Führerin kommt, um uns Thun in natura näher zu bringen. Wieder eine eindrückliche Begegnung. Dankbar machen etliche im am Morgen entdeckten Restaurant Rast und geniessen ein kühles Getränk während ein paar unentwegte noch zum Schloss hinauf steigen.
Abendliches high light! Schlummertrunk im Park mit Abendrotkulisse!
Der Lottomatch, der für den Mittwochmorgen vorgesehen ist, wird auf Freitag verschoben. Bei diesem Sonnenschein lädt der Park zum Verweilen ein. Haare werden gewaschen, Wichteleinkäufe in der Bäckerei oder beim Metzger getätigt. Ferien!!
Und wieder zieht es uns hinauf in die Höhe. Das Niederhorn lädt ein! Für die Gipfelstürmer sind wiederum „Schutzengel“ bereit die diese bis ganz nach oben begleiten. Die Aussicht ist traumhaft. Die dem Thunersee abgewandte Seite ist schroff abfallend und löst ein leises Kribbeln in der Magengrube aus. Wieder zurück im Bergrestaurant schmecken Kaffee und Kuchen!
Abends ist das Kino bereit. Der Film „Chocolat“ entführt uns in ein französisches Städtchen. Während der Fastenzeit übernimmt eine junge Frau eine Konditorei und macht wunderbare Schokolade. Das gibt Probleme, die aber auch durch den Genuss der süssen Verführungen gelöst werden. Der daraus entstandene Wunsch der Zuschauer nach Schokolade kann durch kleine Glückskäferli erfüllt werden.
Da bleiben nur noch zwei Tage. Wie die Zeit vergeht!
Am Donnerstag reisen wir über Interlaken, wo wir das Schiff nehmen, nach Brienz. Im Restaurant Rothorn wird uns das Mittagessen unter schattenspendenden Bäumen serviert. Ein etwas schweisstreibender Spaziergang bringt uns zur Kunstschnitzerei Huggler. Viele kleine Engelchen und eine kleine Schnecke finden begeisterte Käuferinnen.
Die gemütliche Rückreise im Zvierischiff krönt den Tag.
Ja, der Freitag. Die Wetterprognosen entsprechen der Wirklichkeit. Der verschobene Lottomorgen wird nun abgehalten. Und draussen ist grau kalt und regnerisch. Wie am Mittwoch nehmen wir das Schiff und fahren diesmal nicht nur bis zur Beatenbucht, sondern nach Interlaken. Dort werden wir vom Wilhelm Tell oder besser Walter Fürst im gut befensterten Touristenbähnli durch den Ort gefahren. Vor dem Hotel Metropol steigen wir aus und lassen uns vom Lift bis in den 18. Stock fahren. Leicht durchfroren wie wir sind, können wir uns auch nicht bei einer warmen Schoggi aufwärmen. Der wärmende Sonnenschein fehlt. Da hilft nur Bewegung. Bis zur Busabfahrt studieren wir das Angebot in den Schaufenstern und kaufen nach Bedarf ein.
Das ist ein besonderer Abend. Der Abschied kommt näher. Gemeinsam sitzen wir in der „Amphore“. Dankbar sind wir alle für die harmonisch verbrachten Tage. Als Trost und Andenken können wir eine kleine Porzellanrose auf einem Herzen mit nach Hause nehmen. Da ist noch etwas. Ganz heimlich haben die SeniorInnen in Brienz eingekauft. Die Begleiterinnen erhalten neben ganz herzlichen Dankesworten Holzkerzen, die für das Licht und die Wärme stehen, die wir miteinander erfahren durften.
Samstag. Die Koffer sind gepackt, die Schlüssel abgegeben und die Schulden bezahlt. Wir geniessen die letzten Augenblicke im Park. Die Sonne scheint. Die letzten Fotos werden gemacht….Einsteigen!
Die uns nun bekannte Strasse entlang geht’s Richtung Brünig. In Sachseln Mittagessen. Auf der Autobahn fahren wir Richtung Zürich. In seinem Eifer verfehlt der Chauffeur den Uetlibergtunnel und legt eine Ehrenrunde ein.
In Zürich verlassen uns die ersten bei einem kurzen Halt an der Waffen- platzstrasse. Bei der Kirche Enge heisst es nun entgültig auf Wiedersehen sagen.
Der Schreiberin und dem Team bleibt nur noch für die einzigartigen Tage die sie in der Gemeinschaft mit so lebensfrohen, humorvollen und hilfsbereiten Menschen verbringen konnten, ganz, ganz herzlich zu danken.

Regula Strässle und Gabreilla Ledermann

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